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FSV Zwickau: Entscheidung fällt am Freitag
Noch zwei Tage wollen die Verantwortlichen des Fußball-Oberligisten FSV Zwickau nach einer Lösung suchen, die drohende Eröffnung der Insolvenz noch abzuwenden. "Wir werden am Donnerstagabend zusammen kommen, eine Entscheidung treffen und diese dann am Freitag bekannt geben", sagt FSV-Vorstand Gerhard Neef, dessen Sprecher er auch ist. Die Kicker des Oberligisten werden also noch vor dem letzten Punktspiel am Samstag in Halberstadt wissen, wohin die Reise des Vereins und wohl auch ihre geht.
Bis Freitag haben sich Neef und Co. einen Maulkorb verpasst. "Wir dürfen nicht über weitere Möglichkeiten der Rettung reden. Das hat der Vorstand so beschlossen", erklärt Neef. Was ein bisschen nach Kindergarten klingt, ist die Konsequenz aus dem gescheiterten Gespräch von Neef und Insolvenzverwalter Oliver Junghänel mit Sachsens Fußball-Chef Klaus Reichenbach. "Dort wollten wir mit Reichenbach über eine mögliche Übertragung des Spielrechts sprechen. Doch das Thema geisterte schon Tage zuvor durch die Medien. Reichenbach war also auf uns vorbereitet", so Neef. Der Präsident hatte dem Zwickauer Ansinnen einen Riegel vorgeschoben und das den Zwickauern auch in aller Deutlichkeit gesagt. "Ja. Das hat er. So, wie es in zahlreichen Medien zu lesen war, hat er es uns übermittelt. Wir waren regelrecht schockiert und über die Art und Weise erbost", so der Vorstand. Um nicht wieder so vor den Kopf gestoßen zu werden, will man im Westsachsenstadion lieber noch 48 Stunden schweigen und dann die Entscheidung präsentieren.
Auch Junghänel wollte sich zu diesem Thema nicht mehr äußern, sondern verwies an Gerhard Neef. "Er ist der einzige, der über den FSV Auskunft geben darf und kann", ließ uns der Insolvenzverwalter nur mitteilen. Die Bewertung dieses Satzes lassen wir lieber mal. Neef versprach vor allen den treusten Fans, dass man in den verbleibenden Stunden alles versuchen will, um die Oberliga für den FSV zu halten, um in Liga fünf einen Neuanfang gestalten zu könne. Doch wie, das sagte er nicht. "Ich will nicht über ungelegte Eier sprechen. Nur so viel: Es sind noch nicht alle Kinder in den Brunnen gefallen. Es gibt noch Hoffnung." . Da Reichenbach die Übertragung des Spielrechtes vom FSV auf den FSV Rot-Weiss Zwickau ablehnte, kann das eigentlich nur heißen, Zwickau ist noch immer auf der Suche nach den Sponsoren, die Großteile des siebenstelligen Finanzloches stopfen. Alles andere würde zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn mehr machen. Sämtliche Einigungsversuche mit den Gläubigern sind gescheitert, andere Rettungsversuche auch. Bleibt nur die Tilgung der Schulden durch einen oder mehrere unbekannte Großsponsoren. Freitag ist Deadline.
Thomas Nahrendorf



