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FSV Zwickau insolvent: Halde bebt nicht mehr
Es hatte schon etwas von einer Trauerfeier: Stille im völlig überfüllten Presseraum des FSV Zwickau im alt-ehrwürdigen Westsachsenstadion. Als der vorläufige Insolvenzverwalter Markus M. Merbecks aus Chemnitz den Raum betritt, versprüht er auch die Aura eines Grabredners. Cappuccinobraunes Jackett, rote Fliege, sanfte Begrüßung. Doch dann der Satz in kämpferischem Ton: „Ich will den FSV nicht zu Grabe tragen, ich will ihn sanieren.“ Am Vormittag hat der Fußball-Oberligist am Amtsgericht Chemnitz Insolvenz angemeldet. Merbecks hat nun die Aufgabe zu prüfen, ob eine Insolvenz eröffnet werden kann oder sie wegen mangels Masse abgelehnt werden muss.
Ersteres hätte zu Folge, dass der FSV nur absteigen muss. Zweiteres würde die Auflösung des Vereins bedeuten. Ein Neuanfang unter neuem Namen in der tiefsten Spielklasse des Fußball-Kreises Zwickau würde folgen. Sechs Wochen hat der Insolvenzverwalter aus Chemnitz nun Zeit, sich durch die Unterlagen zu forsten und zu sehen, welchen Weg er einschlägt. Eröffnung oder Ablehnung. Er wolle jede Entscheidung zum Wohle der Spieler und das Vereins tun, sagte er. Sechs Wochen – das heißt, Ende April steht endgültig fest, wie es mit dem FSV Zwickau weiter geht. Bis dahin soll die Mannschaft weiter am Spielbetrieb der Oberliga teilnehmen. Auch das (für den Insolvenzverwalter) finanziell lukrative Pokalhalbfinale gegen Erzgebirge Aue kann über die Bühne gehen. „Ich werde jetzt jede Möglichkeit prüfen, den Verein wieder auf die Beine zu stellen. Ich werde prüfen, ob die Voraussetzungen einer Insolvenz gegeben sind. Dafür werde ich ein Gutachten erstellen und darin Aktiva und Passiva auflisten“, sagte der schwergewichtige Mann. Als zweiter Schritt folge eine Gläubigerversammlung. „Ich werde mich mit allen Gläubigern an einen Tisch setzen und ihnen eine gewisse Quote anbieten. Dabei bin ich guter Dinge, dass alle zugunsten des FSV verzichten werden und wir die Insolvenz so gut über die Bühne bringen werden“, sagte Merbecks und versuchte dabei eine große Portion Optimismus zu versprühen. Er ging sogar einen Schritt weiter. „Die Eröffnung des Insolvenzverfahren ist für mich nicht gleichbedeutend mit dem Zwangsabstieg. Ich werde mit dem NOFV reden, ob eine Sonderregelung möglich ist. Zur Not werde ich rechtliche Schritte einlegen.“
Die werden allerdings kaum etwas bringen, denn in den Statuten des NOFV und des DFB ist solch ein Fall klar geregelt: Insolvenz bedeutet Zwangsabstieg. Da mussten auch andere Verein wie zum Beispiel Sachsen Leipzig durch. Mag man Merbecks zugute halten, dass er erst seit gestern Mittag von seiner Aufgabe beim FSV wusste. Den Zahn muss er sich ziehen lassen. Auch diesen: „Eine weitere Möglichkeit ist es, die Spielberechtigung an einen anderen Zwickauer Verein weiterzugeben.“ Diese Regelung gibt es – siehe SSV Markranstädt und RB Leipzig. Aber eben nicht im Insolvenzfalle. Auch das ist klar geregelt. Der bestmögliche Fall für den FSV heißt Abstieg in die Landesliga.
Zwei Mal Übrigens noch in Sachen FSV: Hätte der Verein gestern nicht von selbst Insolvenz angemeldet, hätten das die AOK und die IKK getan. Beide Anträge lagen beim Amtsgericht vor. Und: Ingo Heinicke, bis Januar Präsident des FSV, hat mit seiner Sicherheitsfirma schon vergangene Wochen Insolvenz angemeldet. Der vorläufige Insolvenzverwalter ist Markus M. Merbecks.
Thomas Nahrendorf
2010-03-08





Kommentar von Mario aus Plauen am 10.03.2010; 21:36:16 Uhr
Kommentar zu FSV Zwickau insolvent: Halde bebt nicht mehr
Leider muss ich immer wieder feststellen: "Hochmut kommt vor dem Fall".Ausruhen auf Erfolgen, die mittlerweile weit mehr als 20 Jahre her sind, sind nunmal nicht der richtige Weg um voran zu kommen. Leid tut es mir lediglich um die Jugendabteilung, welche eine wirklich gute Arbeit abliefert.
So harren wir der Dinge die da kommen und hoffen auf den Abstieg...- der ja wenigstens einem Fortbestand des Vereines bedeuten würde.