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1. Liga: Germania verabschiedet sich mit Niederlage

Die Erstligaringer des AV Germania 06 Markneukirchen haben ihren letzten Saisonkampf beim Tabellenzweiten 1. Luckenwalder SC mit 10:24 verloren. Dabei musste das AVG-06-Trainergespann Mario Willomeit/André Backhaus erneut einige Ausfälle kompensieren. Alle Freistilringer rückten eine Kategorie nach oben, André Backhaus stellte sich dabei selbst im schwersten Limit auf, während die leichteste Kategorie bis 55 Kilo/klassisch frei blieb.

Da beide Mannschaften nur mit neun Ringern antraten, wurde in Absprache der Mannschaftsverantwortlichen beider Mannschaften die Gewichtsklassen etwas gemischt, um nicht die beiden unbesetzten Klassen in einer Halbzeit des Kampfabends zu haben und die Zuschauer somit, nach nur drei Begegnungen in die Pause zu schicken.

 

Und so begann das Duell in Luckenwalde, wie fast alle Kämpfe der Markneukirchner in der Rückrunde, mit einem hohen Rückstand. LSC-Fliege Emanuel Krause (55 Kilo/klassisch) bekam seine Punkte kampflos zugesprochen, André Backhaus hatte es mit dem zehn Kilo schwereren polnischen Auswahlringer Mateusz Gucman zu tun, der seine Gewichtsvorteile nutzte und Backhaus in allen drei Runden mit Beinangriffen und Beinschrauben auspunktete.

 

Tapfer wehrte sich Robert Gütter (60 Kilo/Freistil) gegen den Dritten der Deutschen Männermeisterschaften, Philipp Herzog. Doch der DRB-Juniorenauswahlringer aus der Talentschmiede des LSC nutzte seine Chancen um zum Überlegenheitssieg.

 

Einen ganz besonderen Gegner hatte Florian Rau, der ins Mittelgewicht (84/F) aufgerückt war, der Hallenser in Diensten des AVG 06 trat gegen den Routinier Normen Pickut an, der am Heiligen Abend seinen 34. Geburtstag gefeiert hatte. Pickut gelangen immer wieder gefährliche Achselwürfe, mit denen er Florian Rau in die gefährliche Lage brachte. Mit aller Kraft verhinderte der AVG-06-Ringer eine technische Niederlage und so landeten nur drei Zähler auf dem Konto der Gastgeber.

 

Jaworski und Koch
zeigen Kämpferherz

 

Im letzten Duell vor der Pause standen sich Nikolay Georgiev (66/k) und Ismayl Baygus gegenüber. Der LSC-Ringer bestimmte das Geschehen im Standkampf, holte sich mit gefährlichen Abreisern seine Punkte zum 3:0-Rundensieg. "Nikolay war gesundheitlich etwas angeschlagen, daher musste er notgedrungen einen Gang runter schalten", so Mario Willomeit nach dem Duell, in dem Baygus den klaren 18:0-Halbzeitstand für seinen LSC festmeiselte.

 

Als alle schon an ein völliges Debakel dachten, kam der AVG 06 noch einmal zurück. Michal Jaworski (84/k) lieferte einmal mehr eine Glanzleistung seines technischen Könnens, aber auch seines Kampfgeistes, angesichts des klaren Rückstandes. Gegen den Junioren-EM-Dritten von 2007, Damian Hartmann, der auch im erweiterten DRB-Auswahlkreis steht, gelang dem Polen ein souveräner 3:0-Rundensieg. Erstaunlich war, wie Jaworski einen Hüftangriff seines Kontrahenten in der dritten Runde, mit einem Konter in eigene Punkte ummünzte und damit seinen Sieg sicher stellte.

 

Mario Koch (60/F) kämpfte ebenso wie Jaworski mit Kampfgeist und Leidenschaft. Gegen seinen Erzrivalen Stephan Spengler, mit dem er schon so manches, hartes Duell ausgefochten hat, bot der AVG-06-Ringer einen souveränen Kampf mit einem 3:0-Erfolg. Vor allem im zweiten Durchgang, als Spengler noch einmal alles auf eine Karte setzte, konterte Koch mit eigenem Angriff zum 2:1, Sekunden vor der Luckenwalder Pausenhupe, die der Lautstärke nach, dem Nebelhorn eines Ozeanriesen gleich kam und die etwa 400 Zuschauer alle zwei Minuten mächtig erschreckte.

 

Als Marian Mihalik (96/k) zum kampflosen Sieger erklärt wurde, war Markneukirchen auf 18:10 heran. Doch Dariusz Zwierzynski (74/k) kam mit dem harten Kampfstil von Ramazan Aydin nicht zurecht, der auch schon für Markneukirchen die Ringerstiefel geschnürt hatte. Mit seiner Armklammer erschien Aydin immer aktiver als Zwierzynski, den er zudem mit einem Kopfstoß die Augenbraue aufriss. Der 37-jährige LSC-Routinier, der lange Zeit verletzt ausgefallen war, entschied das Duell gegen den in Chemnitz lebenden Polen mit 3:0 Runden am Ende deutlich für sich.

 

Auch Rumen Kolev, der im Limit bis 74 Kilo aufrückte, merkte man den großen Gewichtsunterschied an. Der 18-jährige LSC-Youngster Lennard Wickel entfachte zudem seine auf Angriff ausgerichtete Strategie, mit der er den Bulgaren zudem unter Druck setzte und in einem kampfbetonten Duell die entscheidenden Punkte für sich verbuchen konnte. 24:10, so der Endstand für den 1. Luckenwalder SC.

 

"Das Ergebnis ist etwas zu hoch ausgefallen, wenn Georgiev fit ist und unsere Freistiler in ihren angestammten Gewichtsklassen ringen können, dann wird es hier noch richtig eng", so AVG-06-Trainer Mario Willomeit.

"Auch uns hat das hohe Ergebnis etwas überrascht, wir hatten vor Markneukirchen schon etwas mehr Angst", bestätigt auch der Luckenwalder Routinier Normen Pickut, der sich über seine gelungenen Achselwürfe gegen Florian Rau freute. "Ja, die Jungen drängen nach, da muss man sich eben etwas einfallen lassen", so der nunmehr 34-jährige Mattenfuchs.

 

"Wir wünschen Luckenwalde für die Play-Off's ein gutes Los und hoffen, dass sie in der Endrunde um die Mannschaftsmeisterschaft 2009/2010 möglichst weit vorstoßen", drückt Mario Willomeit dem Gegner nun kräftig die Daumen in den Play-Offs und spricht damit wohl auch vielen Ringkampffans aus der Region aus dem Herzen.



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