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Auerbacher Marco Weigl fährt zur Polizei-EM
Gegen 22 Uhr verließ Marco Weigl am Freitag nach dem 3:1-Sieg seines VfB Auerbach gegen Lok Leipzig die Kabine. Zum letzten Mal. Er ging mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend. Weigl macht Schluss beim VfB und das aus beruflichen Gründen. Er wird nicht mehr für Auerbach auflaufen, obwohl noch zwei Spieltage anstehen. Doch auch das hängt mit seinem Job bei der Bundespolizei zusammen. "Ich fahre in dieser Woche noch mit der deutschen Nationalmannschaft der Polizei zu den Europameisterschaften nach Griechenland", sagt der 27-Jährige. Zurück kommt er erst am 31. Mai. Dann ist die Oberliga-Saison bereits Geschichte.
"Klar war das ein komisches Gefühl am Freitagabend. Ich habe vier Jahre für den VfB gespielt. Das lässt einen nicht kalt. Aber ich musste und wollte den Schritt gehen. Der Beruf hat Vorrang. Das ist selbstverständlich. Als ich erfahren habe, dass einige weit reichende Veränderungen auf mich zu kommen werden, habe ich den Verein sofort informiert", so der junge Mann, der aus Syrau stammt. Weigl ist derzeit auf dem Oberen Bahnhof in Plauen "stationiert" und dort gerade für die Überwachung von Fußball-Fans abgestellt. "Im Sommer werde ich für drei Monate auf einen großen deutschen Flughafen oder Bahnhof abbestellt. Da bleibt einfach keine Zeit, um auf diesem Niveau und mit diesem Aufwand Fußball zu spielen. Das bringt mir nichts und Auerbach auch nichts. Außerdem möchte ich ja auch noch etwas von meinem Familienleben haben. Meine Frau und mein Sohn freuen sich auch, wenn ich zu Hause bin", schmunzelt er. Ob Marco Weigl ganz mit Fußball aufhören wird, das wird sich in den kommenden Wochen entscheiden. "So nebenbei möchte ich schon noch bissl an den Ball hauen."
In den kommenden Tagen kann er das schon mal tun, wenn er mit der Polizei-Nationalmannschaft nach Griechenland fliegt und dort zur EM um den Titel mitspielen wird. Mit der Polizei-Auswahl Sachsens hat Weigl schon zwei Mal die Endrunde der Deutschen Meisterschaften mitgespielt. Bei der letzten erfolgreich. "Ich muss dort wohl ordentlich gespielt und die Verantwortlichen beeindruckt haben, kurze Zeit später kam schon die Einladung", sagt er zu seiner Nominierung. "Auf alle Fälle wird das ein großer Spaß werden. Ich freu mich auf die EM", strahlt er. Das Niveau im deutschen Team schätzt er hoch ein. "Es sind alles Jungs, die in der Oberliga oder sogar in der Regionalliga spielen. Was ich damit sagen will: Es können alle mit dem runden Leder umgehen", lacht er.
Für den VfB Auerbach hat Marco Weigl seit 2006 gespielt. Damals kam er mit Marcel Schuch vom VFC Plauen aus in Göltzschtal. In der erst Saison konnte er mit dem VfB die Klasse halten. In den folgenden beiden Jahren verpasste Auerbach mit Weigl als Fünfter und Zweiter knapp den Regionalliga-Aufstieg.
Thomas Nahrendorf
2010-05-19




