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FSV Zwickau: "Haste mal nen Euro?"

klopp12 Haste mal 'nen Euro? Banal, doch welcher Wert steckt hinter jedem Stück Blech? Gestern zum Benefizspiel des FSV Zwickau gegen Borussia Dortmund (0:6) konnte jeder Stadionbesucher selbst herausfinden, welchen Wert sich hinter dem Stück Blech verbergen kann. "Mit der Ein-Euro-Spendenaktion möchten wir uns bei unseren Spendern für die Unterstützung der zurückliegenden Wochen bedanken. Jeder Spendenteilnehmer nimmt je einem gespendeten Euro am Spendenstand im Westsachsenstadion an einer Verlosung von "Dankeschön-Preisen teil", sagte Michael Chodorra vom Förderverein FSV Zwickau.

 

Hauptpreis war eine dreitägige Reise für zwei Personen zum Länderspiel Belgien gegen Deutschland am 3. September in Brüssel. Logisch, dass sich um den Stand des Fördervereins die Massen scharten. Doch die Aktion war nur eine von vielen rund um das Benefizspiel. Das Motto aller Aktionen hieß: Geld sammeln für den klammen Verein, um doch noch irgendwie die Insolvenz abwenden zu können. Selbst Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeis gab ihr Bestes und verkaufte persönlich die Roster am Würstchenstand. "Es beeindruckt mich, was vor allem die Fans in den vergangenen Wochen so auf die Beine gestellt haben, um ihren Verein zu retten. Das ist sicherlich beispiellos in der Region", sagte die Oberbürgermeisterin, während die sie die nächste Roster in die Semmel steckte. Auch sie hofft, das es "irgendwie noch eine Rettung geben wird. Die Fans und die Mannschaft hätten das auch verdient".

 

Auch Gerhard Neef, der Sprecher des Notvorstandes des FSV, war natürlich gestern im Stadion und zeigte sich nicht nur vom Spiel begeistert, sondern vor allem vom Drumherum. "Und das nicht nur heute. Das ist schon Wahnsinn, was seit März abgegangen ist. 23 000 Euro hat der Förderverein gesammelt. Durch die ganze Stadt ging ein Ruck, die Hilfsbereitschaft war enorm. Das hat mir gezeigt, dass der Verein einfach nicht sterben darf. Daher tun wir alles Menschenmögliche, um den FSV zu retten", so Neef. Er rechnete gestern mit einem Reinerlös von 30 000 Euro.

Jetzt, wo der FSV nicht nur einen Schritt vorm Abgrund steht, haben wahrscheinlich nach 15 Jahren Misswirtschaft viele Zwickauer verstanden, was der Verein für die Stadt bedeutet. Doch vielleicht ist es für diesen Moment zu spät. Aber wie sang schon Roland Kaiser: "Ein Ende kann ein Anfang sein."

Thomas Nahrendorf

 

2010-05-12



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