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Ingo Hertzsch: "Wollen auch durch Liga 4 marschieren"

18 Punkte beträgt der Vorsprung für RB Leipzig in der Fußball-Oberliga. Damit könnten die Roten Bullen schon an diesem Wochenende in die Regionalliga aufsteigen und hätten damit den ersten Schritt Richtung 1. Fußball-Bundesliga getan. Unser Mitarbeiter Gregor Berger unterhielt sich mit dem zweifachen deutschen Nationalspieler und Kapitän der Leipziger, Ingo Hertzsch.

 

Herr Hertzsch, Sie haben mehr als 250 Spiele in der 1. und 2. Bundesliga absolviert. Ist da so ein Aufstieg aus der Oberliga in die Regionalliga noch etwas Besonderes?

Wir haben ja bei Null angefangen. Deshalb war es gar nicht so klar, dass wir so dominant auftreten könnten. Aber es hat sich gezeigt, dass wir genügend Qualität in der Mannschaft haben, um in die Regionalliga aufsteigen zu können.

Apropos Regionalliga. Der nächste Schritt Richtung Bundesliga führt durch die Regionalliga. Da warten unter anderem Chemnitz, Halle und die Reserve-Teams verschiedener Bundesligisten. Ich bin mir sicher, dass wir in der jetzigen Besetzung auch in dieser Liga ganz vorn mitspiele n könnten. Da die Mannschaft in der Sommerpause sicher noch verstärkt wird, wollen wir auch kommende Saison ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden.

 

Werden Sie auch in der kommenden Saison im Dress der Roten Bullen auflaufen?

Ich habe noch ein Jahr Vertrag. Ob es danach leistungsmäßig noch reicht, bei RB zu spielen, wird sich zeigen. Aber ich könnte mir schon vorstellen dieses einmalige Projekt weiter zu begleiten. Das ist schon etwas Außergewöhnliches.

 

"Das "Projekt" RB Leipzig hat nicht nur Befürworter, sondern auch Kritiker, die befürchten, dass sich der Fußball in Zukunft immer mehr von den Fans entfernt und ein reines Marketinginstrument wird.

Das sehe ich nicht so. Jeder Verein braucht Sponsoren und finanziell starke Partner, um erfolgreich Fußball spielen zu können. Das ist in Chemnitz und Halle nicht anders als bei uns. Außerdem sehe ich das Engagement von RB als Chance für die Region, endlich wieder höherklassigen Fußball zu erleben. Das würde im Endeffekt auch den Fans wieder zu Gute kommen. Deshalb wollen wir auch so schnell wie möglich nach oben und die Regionalliga hinter uns lassen.

 

Dort gibt es dann auch ein Zusammentreffen mit ihrem alten Verein, dem Chemnitzer FC.

Das wird schon etwas Besonderes. Immerhin habe ich dort lange gespielt und natürlich auch viel gelernt.

 

Haben Sie den Werdegang des Chemnitzer FC verfolgt?

Na klar. Ich hätte mir zum Beispiel gewünscht, dass der CFC jetzt aufgestiegen wäre. Dann hätten wir im kommenden Jahr nicht gegeneinander um den Aufstieg in die 3.Liga kämpfen müssen. Es wird sicher spannend, wer sich am Ende durchsetzen kann.

 

Herr Hertzsch, die Weltmeisterschaft in Südafrika steht vor der Tür. Sind Sie noch wehmütig, dass es mit einer längeren Nationalmannschafts-Karriere nichts geworden ist?

Nein. Ich bin selbstkritisch genug zu sagen, dass es dafür nicht gereicht hat. Es war für mich schon ein Erfolg, überhaupt zwei Mal im deutschen Dress gespielt zu haben.



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