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Merkur Oelsnitz: Ein Verein will weiter nach oben
Ein Kleinkind, das aus Bausteinen einen Turm baut. Eine Hausfrau, die ihren Garten in eine blühende Oase verwandelt. Ein Unternehmer, dessen Produkte auf der ganzen Welt vertrieben werden. Sie alle haben eine Vision vor Augen und arbeiten konsequent an ihrer Umsetzung. So steht es auf der Homepage der Firma Bauer aus Ebmath. Das Mobilfunk-Unternehmen ist Hauptsponsor des Fußball-Bezirksklassisten SV Merkur Oelsnitz. Beide verbindet Rene Schindler. Er ist Vertriebsleiter bei Bauer und bei Merkur für das Marketing zuständig. Schindler ist getrieben von der Vision, Merkur nicht auf Dauer in der Bezirksklasse versauern zu lassen. Er will den Verein voranbringen. Der erste Schritt dafür heißt: Aufstieg in die Bezirksliga. Und zwar jetzt.
Der sportliche Rahmen passt. Merkur ist Tabellenzweiter, der Rückstand auf Spitzenreiter Schreiersgrün ist verschwindend gering. Und: Der Marketingmann hatte eine Liste aufgestellt mit Spielernamen, die er vor Beginn der Rückrunde holen wollte. Schindlers Liste quasi. Sie sorgte im Vogtland für Aufsehen. Zu allererst sollte der schmerzliche Verlust von Pierre Lang (Kreuzbandriss) ausgeglichen werden. Das ist mehr als gelungen. Das Auerbacher Fußball-Denkmal Steve Gorschinek spielt ab sofort für Merkur. Gorschineks Kommen schlug Wellen. "Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Dass dies so ein großes Echo hervor ruft, das hat mich überrascht. Das zeigt aber auch, dass wir mit Steve einen richtig Guten an Land gezogen haben." Mit "Gorsch" wechselte auch Torhüter Daniel Fröhlich zu Merkur. Gestern Nachmittag unterschrieb noch Stefan Große von Wacker Plauen, ein gestandener Mittelfeldspieler. Die drei Neuen zeigen, Schindler will es nicht nur bei Worten belassen. Er will Taten zeigen. Zum Trainingsauftakt gestern Abend erklärte er den Spielern noch einmal ganz deutlich. "Alles andere als der Aufstieg kommt nicht in die Tüte." Das klingt resolut und energisch. Aber wer Erfolg haben will, der muss wohl so zur Sache gehen. Damit setzt er die Mannschaft aber auch gehörig unter Druck. Gerade die drei Neuen und auch Michael Korb, der schon vor Saisonbeginn nach Oelsnitz kam, wissen mit dem Druck umzugehen. Sie haben in viel höheren Ligen gespielt. Fröhlich kann sogar auf Zweitliga-Erfahrung verweisen. Das Quartett soll die Jungen leiten und in die Bezirksliga führen.
Geht es nach Schindler, soll dort nicht Schluss sein. "Sollten wir den Aufstieg schaffen, wollen wir dort nicht nur mitspielen. Wenn der Verein den Weg mitgeht, ist sicherlich noch einiges mehr möglich." Die Visionen von Schindler hatten auch schon andere Vereine in der Region. Wacker Plauen zum Beispiel. Dort ist man wieder zurück auf dem Boden der Tatsachen. Und wohl auch auf Jahre hinweg geläutert.
Bei Merkur Oelsnitz soll der finanzielle Absturz nicht folgen. "Das Geld für die Spieler ist da", erklärt Schindler. "Der Verein ist finanziell gut aufgestellt. Wenn wir jemanden verpflichten, dann kann derjenige sicher sein, das Geld, das er von uns bekommt, ist da. Die Zahlen stehen nicht nur auf dem Papier. Wir werden auch nie falsche Versprechungen machen. Wir überlegen vorher, was machbar ist und was nicht."
Thomas Nahrendorf
2010-01-21




