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Paukenschlag: Steve Gorschinek geht nach Oelsnitz

gorsch18 Das ist der Hammer schlechthin im vogtländischen Fußball: Steve Gorschinek wechselt sofort vom Fußball-Oberligisten VfB Auerbach drei Klassen tiefer zum SV Merkur Oelsnitz. Gorschinek, der am Samstag seinen 34. Geburtstag feierte, hat gestern Abend einen Vertrag beim Bezirksklasse-Vertreter unterschrieben. Mit Gorschinek zu Merkur geht auch Torhüter Daniel Fröhlich. Er hatte wegen eines Kreuzbandrisses im Juni noch kein Spiel in dieser Saison bestritten.

 

Des einen Freud ist des anderen Leid. Für den SV Merkur Oelsnitz werden beide ein absoluter Gewinn sein. Das Duo bringt unglaublich viel Erfahrung mit nach Oelsnitz. Davon kann der Verein nur profitieren und sein Ziel, den Aufstieg in die Bezirksliga, in Ruhe anpeilen. Für Auerbach reißt Gorschinek eine riesengroße Lücke. Er bestritt fast 300 Pflichtspiele in der Landesliga und in der Oberliga, war die Identifikationsfigur und der Sympathieträger schlechthin beim VfB. Für Auerbach ist das ein Schock. "Das ist wirklich nicht leicht wegzustecken", sagte gestern Trainer Steffen Dünger, der noch reichlich verblüfft klang. Manager Volkhardt Kramer hatte da eher seine Sprache wiedergefunden. "Ich war zwar auch total überrascht. Aber wir entsprechen Steves Wunsch. Er hat elf Jahre lang alles für den Verein gegeben. Da wollten wir ihm jetzt keine Steine in den Weg legen. Auch wenn der Wechsel mitten in der Saison nur schwer nachvollziehbar ist."

 

So wird der Kurzauftritt beim 1:1 beim 1. FC Gera zum Hinrundenschluss das letzte Spiel von Steve Gorschinek im Trikot des VfB Auerbach gewesen sein. Zuvor hatte er sich im September im Training den Mittelfuß gebrochen und fiel wochenlang aus. Mit eben jenem Fußbruch hat der Wechsel aber nichts zu tun. "Nein. Der ist wieder voll in Ordnung. Es hat in erster Linie familiäre Gründe", sagt der 34-Jährige. "Im Sommer wäre ohnehin Schluss für mich hier gewesen. Ich habe Familie, werde auch nicht jünger und wollte mir ganz einfach den Stress nicht mehr antun. Vier Mal Training unter der Woche und am Wochenende quer durch Mitteldeutschland fahren. Nein, ich will jetzt einfach mehr Zeit für meine Frau und meine Tochter", erklärte er seinen Wechsel.

 

Der Kontakt ist im Herbst über seinen Kumpel Arne Hirschligau zustande gekommen, wie er sagt. Hirschligau ist Co-Trainer bei Merkur. "Ihm hatte ich gesagt, dass wir nach der Saison darüber reden können. Wenn sich etwas ändern sollte, würde ich anrufen. Nun hat aber kurzfristig der Familienrat getagt, ich habe mich entschieden und am Donnerstagabend angerufen." Und dann ging alles ganz schnell. Bei Merkur beginnt nun die Gorschinek-Ära, die beim VfB nach knapp elf Jahren endete.

 

Thomas Nahrendorf

2010-01-18



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