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Auerbacher "erschießt" Auerbach
Die beste Leistung aus vogtländischer Sicht lieferte gestern Enrico Jahn ab. Dem Schiri aus Plauen unterlief kein spielentscheidender Fehler, was man von der gastgebenden vogtländischen Mannschaft nicht behaupten kann. Die Leistung des VfB Auerbach bei der 0:3-Niederlage im Viertelfinale des sächsischen Landespokals gegen den eine Klasse höher spielenden Chemnitzer FC war ein Spiegelbild der vergangenen Wochen. Spielerisch war der VfB gar nicht mal so weit weg vom Regionalligisten - wobei der keinen Gourmet-Fußball bot, sondern sich eher mausgrau statt himmelblau präsentierte. Aber Auerbach agiert derzeit mit einer derart hohen Fehlerquote, ohne jegliches Selbstvertrauen und mit so unglaublich viel Pech, dass es schon nicht mehr feierlich ist - und es dem Gegner leicht macht, in Auerbach zu gewinnen.
Auerbach: Berger - Vogel (58. Persigehl) Otte, Schuster/V, - Bley, Kramer, M. Weigl (58. Pfoh), Düring, Dressel (75. J. Weigl), Stiefel/V - Schuch.
Chemnitz: Pentke - Becker, Richter/V (78. Nowak), Thönelt, Reinhardt - Löwe (78. Schlosser), Emmerich, Vrtelka/V, Garbuschewski - Jansen (65. Boltze), Hampf.
Schiedsrichter: E. Jahn (Plauen). - Zuschauer: 1700. - Tore: 0:1/0:2 Hampf (4./54.), 0:3 Boltze (75.).
Nur ein Beispiel für diese Thesen gefällig? Gehen wir in die vierte Spielminute: Marcel Schuch wurde von Uwe Kramer herrlich frei gespielt, statt aber aus zwölf, dreizehn Metern einfach mal draufzuhalten, zögerte er und wurde von Andreas Richter abgeblockt. Beim folgenden Angriff der Chemnitzer gab es Ecke. Die zog Chris Löwe in den Strafraum. Keiner stand bei Sascha Thönelt. Dessen Schuss hätte nicht einmal von alleine die Kraft gehabt, die Torauslinie zu überqueren. Kevin Hampf hob blitzschnell seine Hacke und verlängerte die Kugel ins Netz. Den Fehler, Thönelt schießen zu lassen, hatte die VfB-Deckung gemacht. Wie die Gurke dann aber den Weg ins Tor fand - unglaublich.
Der VfB zeigte sich davon lange Zeit beeindruckt. Spielerisch lief nichts zusammen, die Linie fehlte. Kaum ein Pass kam an. Und wenn doch mal ein Spielzug über zwei, drei Stationen funktionierte, beging ein Chemnitzer ein taktisches Foul. Nicht die feine englische Art, aber verdammt clever. Und auch kämpferisch hatte man nicht den Eindruck, dass sich jeder Gelb-Schwarze so bedingungslos in die Zweikämpfe warf wie zum Beispiel Uwe Kramer oder Peter Otte. Es klemmte. Aber auch der Gast aus Chemnitz riss keine Bäume aus. Von der spielerische Kunst her sahen die 1700 Zuschauer eher Abstraktes.
Das sollte sich auch in den zweiten 45 Minuten nicht ändern. Aber: Auerbach ruckte an, versuchte sich ins Spiel hineinzufitzen und setzte die keineswegs sattelfest wirkende CFC-Deckung unter Druck. Allerdings bremste sich der VfB innerhalb von 120 Sekunden wieder gnadenlos aus. Schuch war nach feinem Zuspiel von Manuel Stiefel in Richtung Philip Pentke unterwegs, als ihm Marcel Dressel den Ball vom Fuß nahm - und der Stand im Abseits. Haarsträubend. Sekunden darauf schlug Ronny Garbuschewski einen Freistoß aus dem Halbfeld in den Strafraum. Dort hatte es sich noch nicht herumgesprochen, wie gefährlich Hampf ist und schon besorgte der gebürtige Auerbacher mit einem tollen Kopfball das 2:0. Auch wenn aus dem Spiel eher Magerkost angesagt war, die CFC-Standards waren fast ausnahmslos aller erste Sahne.
Das 0:2 war natürlich das Aus. Zwar versuchte Trainer Steffen Dünger mit der Hereinnahme von Carsten Pfoh und Ricardo Persigehl noch einmal alles, aber Nennenswertes sprang trotz aller Bemühungen nicht mehr heraus. Im Gegenteil. Mit einem weiteren gravierenden Schnitzer besiegelte Benjamin Boltze das Endergebnis. In einen Rückpass von Daniel Schuster lief er hinein, umkurvte Rene Berger und schob locker ein.
Thomas Nahrendorf




